Ausstellung über Buchobjekte vom 17.4. – 17.5.
Seit nunmehr drei Jahren beschäftigen sich Studierende der Freien Hochschule Freiburg im Fachbereich Grafik Design mit dem Thema Buchobjekt.
„Als Buchobjekt wird alles bezeichnet, was aussieht wie ein Buch, aber keines ist, sondern eine Verfremdung desselben darstellt. Buchobjekte stellen bestimmte Formen des Künstlerbuchs dar, die zwar wesentliche Kennzeichen eines Buches aufweisen, deren Einband und/oder Buchblock aber Kraft künstlerischer Phantasie mehr oder weniger abweichend von normalen Büchern gestaltet wurde, meist unter Verwendung artfremder Materialien. So wandeln künstlerisch gestaltete Buchobjekte zum Beispiel auch die klassische Codex-Form, bestehend aus Seiten zwischen Deckeln, ab und reduzieren sie zum Teil auf den Ursprung einer Text- oder Ideen-Sammlung. Derartige Buchobjekte sind oft Unikate oder in sehr kleiner Anzahl von einem Künstler handgefertigt. Sie werden häufig von Liebhabern und Museen gesammelt (Bibliophilie), seltener hingegen von Bibliotheken“.
Das Thema dient einerseits der Beschäftigung mit dem Buch als Kulturgut, als Träger von Information, andererseits der kreativ-künstlerischen Auseinandersetzung und der Verfremdung eines alltäglichen Gegenstandes. Das Buch wird sowohl inhaltlich als auch formal aufgelöst und die klassische Definition des Buches in Frage gestellt. In einem langwierigen Ideenfindungsprozess enstehen ungewöhnliche Unikate, die alle handgefertigt sind. Das Buch erhält eine neue Funktion. Der Inhalt tritt in den Hintergrund, vergessene Bücher werden wieder zu neuem Leben erweckt.
„Ihre Funktion ist scheinbar festgeschrieben: als Träger von Schrift und Bild erfüllen Bücher ihren eigentlichen Sinn. Doch führen manche von ihnen daneben offensichtlich ein interessantes Doppelleben, als Kunstobjekt. Papiermacher, Kalligraphen, Schriftsetzer und Buchbinder haben ihre handwerklichen und künstlerischen Leistungen stets auch in den Dienst der Buchkunst gestellt. Daneben entdeckten Künstler (Maler, Graphiker) ebenfalls das Buch für sich: statt auf den Inhalt richtet sich ihr Augenmerk dabei auf die äußere Gestaltung. Das Buch ist hier nicht mehr nur Datenträger sondern künstlerisch gestalteter Gegenstand. Es wird als Material nutzbar gemacht und muss als individuelle Leistung des Künstlers betrachtet werden. Bevorzugt werden buchfremde Materialien wie Holz, Metall, Plexiglas, Stein oder Stoff. Dabei sind das Material, die Farbe und Textur der Oberfläche, die Form und auch manchmal das Ausgreifen in den Raum (Volumen) als Ausdrucksträger zu verstehen“.
Die Ausstellung zeigt verschiedene Bücher, die reine Kunstobjekte darstellen, aber auch Objekte, die sich mit der Haptik des Buches auseinandersetzen. Ein weiteres Thema ist die Buchdefinition der Unesco und die sich daraus ergebende Frage, inwiefern das iBook oder das Hörbuch überhaupt als Buch fungieren und somit den Namen zu Recht tragen. Auch inhaltlich wird das Buch thematisiert: Spannungskurve und Codierung sind Beispiele der möglichen Herangehensweisen.
So bildet die gesamte Ausstellung einen Querschnitt über das kreative Schaffen der Studierenden der Freien Hochschule Freiburg im Bereich Buchgestaltung.
-->hier geht's zum Link der Badischen Zeitung
Flyer_Vörstetten.pdf351 K
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