
Dozent: Wolfgang Wick - Kontakt / Vita / Blog
Back to the future: Typografie zum Anfassen Unterschneidung, Kursivsatz, Zeilendurchschuss usw. sind durch DTP-Programme längst beliebig veränderbare Größen. In der Geschichte der Typografie waren sie das nicht. Im Gegenteil: jede Veränderung der Laufweite, jede Mischung von Schriften, das nachträgliche Vergrößern oder Verkleinern der Schriftgröße war mit zum Teil erheblichem Aufwand verbunden. Von diesem Aufwand, der das Handwerk der Schriftsetzer war, erzählt noch heute die Sprache der Typografie. Schon bin ich mitten im Thema: Um den Grundlagen der Typografie auf die Spur zu kommen, ist es hilfreich, wenn sich die Studierenden selbst ein Bild von den Problemen machen, mit denen die Schriftsetzer früher zu tun hatten.
Ich erinnerte mich an meine alte KORREX, die ihren Namen trägt, weil auf ihr ursprünglich Korrekturabzüge gedruckt wurden. 2004 stellten meine Studierenden und ich die Maschine in der Freiburger Hochschule auf. Um sie in Betrieb nehmen zu können, bekamen wir vom Freiburger modo-Verlag nicht nur ein Regal voller Bleisatz überlassen (es stand schon für den Schrottplatz bereit), sondern auch alle notwendigen Werkzeuge aus der Ära des materiellen Schriftsatzes.
Beides – Bleisatz und Andruckpresse – bieten für meine Studenten seither eine spannende Möglichkeit, in der Lösung einfacher Gestaltungsaufgaben Typografie im doppelten Sinne des Wortes zu begreifen.
Dirk Kienzler hat sogar die alte KORREX als Bastelbogen angelegt: |



